"Feliz Natal" in Mexiko

Die Suche der Heiligen Familie nach einer Unterkunft wird in Mexiko jedes Jahr in der Weihnachtszeit lebendig. Die neun Tage dieser Zeremonie heißen "Las Posadas." Mit einsetzender Dunkelheit beginnt die Posada mit einer Prozession: Ein als Engel verkleidetes Kind, gefolgt von zwei Kindern, die eine kleine Sänfte mit den Figuren von Maria und Josef tragen, führt den Zug an. Die Häuser, an denen sie vorbeiziehen, sind mit bunten Girlanden geschmückt. Gruppen von Mädchen und Jungen mit Kerzen oder Papierlaternen in den Händen folgen den Kindern und auch Erwachsene schließen sich dem Zug an. Das Ende bilden einige Musikanten.

Die Prozession zieht gemeinsam zu einem zuvor ausgesuchten Haus und bittet dort um Einlass für die heilige Familie. Nach anfänglichem Zögern werden die erschöpften Reisenden willkommen geheißen und mit dem tradtionellen "aguinaldo", einer Tasse Kaffee und einem Stück Brot bewirtet.

 Am Heiligen Abend versammelt sich die ganze Gemeinde um Mitternacht vor der Kirche, wo Freudenfeuer und Feuerwerkskörper abgebrannt werden. Nach der Messe rücken alle gemeinsam die Kirchbänke zur Seite und es beginnt vor der Krippe das Geburtstagsfest für das Jesuskind. Höhepunkt ist dabei die "Pinatas", bunte, aus Pappmaschee hergestellte Figuren, die mit Süßigkeiten gefüllt sind und an einer Schnur von der Decke herabgelassen werden. Werden sie von den Kindern mit einem Stock zerschlagen, regnet es Süßigkeiten auf sie herab. Mit viel Musik, Liedern  und Tänzen klingt die fröhliche Geburtstagsfeier des Christkindes aus. Danach beginnt ein Fest mit Feuerwerk, Krachern und viel Spaß.

 (aus: Santa, Sinter, Joulupukki - Weihnachten hier und anderswo  von Pit Budde und Josephine Kronfli, Ökotopia Verlag)