10. May 2004

Aids in Vietnam

Im Oktober 2003 startete das CCF Projekt zur AIDS-Prävention in der vietnamesischen Provinz Hoa Binh. Um Aidsvorsorge und -aufklärung zielgerichtet leisten zu könnnen, mussten zunächst Erkenntnisse darüber gewonnen werden, was die Menschen über die Krankheit wissen, wie sie dazu stehen, welche Vorurteile es gibt und wie in der Praxis mit AIDS und der Ansteckungsgefahr umgegangen wird. Um diese Erkenntnisse zu erhalten, wurde eine repräsentative Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse herangezogen wurden, um Material für die Aufklärungskampagne zu erstellen.

Ausbildung von Trainern

Eine überraschende Erkenntnis war, dass zwar die meisten Menschen wussten, dass HIV/AIDS eine sehr ernste gesundheitliche Bedrohung darstellt, nur 25 Prozent wussten jedoch, wie die Krankheit übertragen wird.

Eine ausreichende Zahl geeigneter erwachsener und jugendlicher Trainer konnte identifiziert werden. Die 22 Erwachsenen und 80 Jugendlichen wurden in einem fünftägigen Training geschult. Das so entstandene Netzwerk soll künftig auf Gemeindeebene über die Verhinderung von AIDS und sonstige durch sexuelle Kontakte übertragene Krankheiten aufklären.

Kommunikation ist sehr wichtig

Kommunikationsschulungen geben den Ausbildern die nötige Sicherheit, um über das heikle Thema Sexualität zu sprechen. Der Gebrauch von Kondomen zum Schutz vor AIDS und anderen Krankheiten, aber auch vor ungewollten Schwangerschaften soll einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht werden. Dafür wird in den Trainingsgruppen die richtige Anwendung der Kondome vorgeführt. Während der Aufklärungsveranstaltungen werden auch Kondome verteilt.

"Das Projekt gibt unseren Mitarbeitern und mir die Möglichkeit, unser Wissen zu verbessern, sowohl im Bereich HIV/AIDS als auch in den Bereichen Projektplanung und Management", freut sich Tan Thi An, die Direktorin des Gesundheitszentrums des Bezirks Cao Phong, "wir bekommen viel Unterstützung von den Kommunalbehörden, weil die Maßnahmen direkt die Bedürfnisse der Menschen ansprechen."

Moskitonetze können Leben retten

Malaria ist eine fieberhafte Tropenkrankheit, die durch die Anophelesmücke übertragen wird und unbehandelt nicht selten zum Tod führt. Etwa sechs Tage nach dem Stich durch eine infizierte Mücke können erste Symptome auftreten, von denen die häufigsten hohes, wiederkehrendes Fieber, Schüttelfrost, Durchfall und Krämpfe sind. Besonders bei Kindern kann die Krankheit rasch zum Koma und Tod führen. Eine gute Impfvorsorge gibt es nicht. Die beste Vorsorge ist der Schutz vor Mückenstichen.

Das Problem und die Lösungsansätze

Die dämmerungs- und nachtaktive Anophelesmücke lebt in der Nähe von Feuchtgebieten und stehenden Gewässern. Gegen Ende der Regenzeit ist die Gefahr, an Malaria zu erkranken, besonders groß. Wenn sich überall Pfützen und kleine Tümpel bilden, in denen sie ihre Eier ablegen können, vermehren sich die Mücken explosionsartig.

Moskitonetze

In vielen von CCF Kinderhilfswerk unterstützten Ländern sterben Menschen an Malaria. CCF setzt sich daher weltweit für eine Eindämmung der Krankheit ein. In den Gemeinden wird darauf geachtet, dass während der Regenzeit aufgestaute stehende Gewässer, Pfützen und Tümpel trocken gelegt werden. Die Zahl der Familien, die nachts unter sicheren Moskitonetzen schlafen, soll erhöht werden. Für die Ärmsten der Armen sind die Medikamente meist viel zu teuer, aber ohne Medizin bedeuten manche Formen der Malaria den sicheren Tod. Die Projekte sorgen deshalb dafür, dass im Falle einer Erkrankung jeder Zugang zu den nötigen Medikamenten hat. 

Aufklärung ist Lebenswichtig

Oftmals verhindert Jahrhunderte alter Aberglaube und fehlende Aufklärung eine mögliche Heilung, wie ein Beispiel aus Westafrika verdeutlicht: Ein 28-jähriger Mann hat hohes Fieber und Schüttelfrost. Seine Eltern sind überzeugt, ihr Sohn sei von Hexen besessen. Sie bringen ihn zu einem traditionellen Heiler, der sie in ihrem Glauben bestärkt und mit der Austreibung des Bösen beginnt. Als es dem jungen Mann nach Wochen immer schlechter geht, empfiehlt der Heiler endlich den Besuch der Krankenstation. Dort konnte ihm leider nicht mehr geholfen werden, er starb zu Beginn dieses Jahres an Malaria. Aufklärung ist wichtig, denn Malaria ist immer heilbar, sie muss nur rechtzeitig erkannt und behandelt werden.